Die heilige Barbara

Heilige Barbara schütz unsere Artillerie.  Farbige Abbildung der Heiligen Barbara mit ausgebreiteten Armen, auf zwei  Kanonenrohren sitzend, die von neun Engeln getragen werden; von Strahlen und  Wolken umgeben. Darunter Artilleriegeschütz mit Mannschaft.
Heilige Barbara schütz unsere Artillerie. Farbige Abbildung der Heiligen Barbara mit ausgebreiteten Armen, auf zwei Kanonenrohren sitzend, die von neun Engeln getragen werden; von Strahlen und Wolken umgeben. Darunter Artilleriegeschütz mit Mannschaft.

Die heilige Barbara

4. Dezember
Die heilige Barbara, eine „große Märtyrerin“, soll nach unterschiedlichen Legenden im 3. Jh. in Nikomedien, der westlichen Türkei (oder auch im Libanon) gelebt
haben. Sie soll die Tochter eines Königs oder des sehr reichen Kaufmanns Dioscur gewesen sein. Ihre Existenz ist aber nicht nachweisbar. Ihr Name bedeutet „die Fremde, die Ausländerin“. Ihr Gedenktag ist der 4. Dezember. An diesem Tag werden Barbarazweige geschnitten.
Barbaras Vater soll sie wegen ihrer großen Schönheit in einen Turm gesperrt haben.
Daher ist der Turm eines ihrer Attribute, an welchen wir sie erkennen können.
Im Turm ließ sich Barbara heimlich taufen und lebte heiligmäßig nur noch von Hostien. Als ihr Vater entdeckte, dass sie zur Christin geworden war, übergab er sie den Schergen des römischen Stadthalters und enthauptete sie, nach vielen Torturen, schließlich selbst. Dafür soll der Vater vom Blitz erschlagen worden sein.
Wegen der Enthauptung ist auch das Schwert, ebenso wie der Turm ein Kennzeichen ihres Martyriums. Kelch und Hostie dagegen kennzeichnen Barbara als Verteidigerin des Glaubens.


Die Legende und die Attribute führten auch zu den Patrozinien der heiligen Barbara.
Sie wird seit dem 7. Jh. als Patronin gegen Blitz und Feuer verehrt.

 

Barbara wird auch als Schutzpatronin der Artillerie verehrt, was möglicherweise auf eine Legende aus der Zeit der Maurenkriege in Spanien zurückgeführt werden kann. Danach konnten die Geschosse der christlichen Belagerer einer heidnischen Stadt an den Gestaden Afrikas deren Mauern nicht durchdringen. Erst die Anrufung der Heiligen durch die frommen Belagerer erreichte, dass das Feuer der zur Verstärkung gebrachten Geschütze gleich nach den ersten Schüssen die Mauern zum Einsturz brachte. Die Heiden mussten sich ergeben, viele davon nahmen wegen des Wunders den christlichen Glauben an.

 

Weiter berichtet die Legende, dass die frommen Artilleristen aus Dankbarkeit vor der Heimfahrt in den Pulverkammern ihrer Schiffe das Bildnis der heiligen Barbara anbrachten. Als dann auf dem Rückweg nach Spanien auf einem der Schiffe Feuer ausbrach, erloschen wie durch Wunder die Flammen, als sie sich dem Bild der Schutzheiligen näherten. Die heilige Barbara ist deshalb auch Patronin der Büchsenmacher.


In Salzburg erlangte Barbara als Bergbaupatronin eine recht geringe Bedeutung und stand hinter dem Landespatron, dem heiligen Rupert, als Bergbaupatron (besonders am Dürrnberg und im Gastein), zurück. Nur die Rauriser Silberknappen weihten ihr zu Ehren ein Barbarabrot. Erst seit dem 19. Jh. breitete sich die
Barbara-Verehrung über studierte Bergleute und Mineure und schließlich über den Eisenbahnbau in Salzburg aus. Es entstanden Bergbau- und Tunnelsegnungen.

Barbarazweige enthalten eine geballte Symbolik. In ihnen stecken Teile aus der Legende der Heiligen, alte Advent- und Weihnachtsbräuche, sowie die klimatischen Vorgaben unserer Region.

 

Eingemauert in ihren Turm, soll Barbara einen verdorrten Kirschzweig mit Wasser besprengt haben, der dann später, als sie auf die Vollstreckung ihres Todesurteils wartete, Blüten trieb.
Die Zunftchroniken europäischer Handelsstädte erwähnen ab 1500, dass Zweige für das Weihnachtsfest zum Blühen gebracht wurden: als Symbol für den neugeborenen Erlöser, als Schmuck für das Fest und als Zeichen für das Ewige Leben, für Glück und Fruchtbarkeit. Sie werden als Vorläufer von Christbaum und Adventkranz
verstanden. 

Den ersten Frost erwarten die Landwirte um Barbara:
„Barbara im Schnee, im Sommer viel Klee“ und „Mit Barbara geht’s frosten an“.
Schneiden Sie Kirschzweige am Barbaratag, wässern Sie diese in lauwarmem Wasser. In einem kühlen Raum aufgestellt treiben sie bis zum Heiligen Abend aus. Die Blüten in Reisig gesteckt ergeben einen fröhlichen Raumschmuck für den 24. Dezember. Die blühenden Zweige gelten als Orakel für eine „sichere“ Heirat oder
Geburt, sowie für Glück und Reichtum im kommenden Jahr.


Die heilige Barbara gehört zu den „drei heiligen Madln“, gemeinsam mit Margaretha (20. Juli) und Katharina (25. November). Diese beliebten drei Schutzpatroninnen gehören auch mit elf männlichen Heiligen (bzw. nach Region und Jahrhundert wechselnden Heiligen) seit dem Mittelalter zu den 14 Nothelfern. Auch wegen dieser Sonderstellung wurden sie besonders verehrt. Als weibliche Heilige wurden sie auch in Frauenanliegen angerufen und gaben vielen Frauen ihren Namen.

 

Die drei heiligen Madl
„Sankt Barbara mit ’n Turm,
Margaret’l mit ’n Wurm,
Kathrein mit ’n Radl,
des san die drei heiligen Madl.“

 

Dieser populäre Spruch macht uns auf jene Symbole aufmerksam, an welchen wir die Heiligen erkennen. Vielfach stammen ihre Attribute aus dem Märtyrerleben oder den daraus entstandenen Legenden. Häufig sind sie für die Patronatszuweisungen verantwortlich.


Die drei Märtyrerinnen (teilweise wurden sie durch Ottilie, Ursula, Dorothea, Thea oder andere lokal verehrte Frauen ersetzt) gehören seit dem 14. Jahrhundert als einzige Frauen zu den 14 Nothelfern. Vom frühen Mittelalter an nahm die Verehrung der „Vierzehnheiligen“ von Bayern ausgehend, als besonders starke Helfer gegen Pest und Krieg, Krankheit und Alltagsnöte zu.

Heute wird der 8. August als Gedenktag gefeiert.

Die heilige Barbara des Artilleristenbundes Salzburg        - Foto: E. Sebela
Die heilige Barbara des Artilleristenbundes Salzburg - Foto: E. Sebela